Alle vier Präpositionen dieser Überschrift geben die Richtung an,
das Ziel zu dem jemand unterwegs ist. Aber
ihre Funktionen sind verschieden, und man
kann sie nicht ohne weiteres austauschen.
Die Präposition zu gibt zunächst die Richtung auf einen bestimmten
Punkt an, der erreicht, aber nicht unbedingt
überschritten werden soll: Wie komme
ich zum Bahnhof zur Sporthalle, zum Rathaus
?
Wer so fragt, will nur den Weg wissen. Was er am Ziel tun wird, bleibt ungesagt.
Er kann eine Fahrkarte kaufen und den Zug
besteigen, er kann einen Besuch beim Bürgermeister
machen oder nur einen Freund treffen wollen.
Auch die Straßenbahn, die zum Markt
fahrt, hat dort nichts zu tun, sie bringt
nur die Fahrgäste dorthin.
Allerdings kann zu in anderem Zusammenhang auch stärker auf das Ziel orientiert
sein : Gehst Du zur Post ? Ich mu§ noch
zum Finanzamt, zum Gericht.
Hier wird schon deutlich, daß man an dieser Stelle etwas zu erledigen
hat. Die gilt erst recht bei Personenbezeichnungen
: Er geht zum Arzt, zum Friseur, zum Notar
.
Wir gehen ins Theater
Gegenüber der Fülle von Möglichkeiten
bei zu ist die Präposition in
enger begrenzt. Sie bezieht sich als Richtungsangabe
immer auf ein Ziel, in das man hineingeht
oder-fährt : Wir gehen heute abend
ins Theater, ins Kino. Ich muß um acht
ins Büro, ins Geschäft. Wir wollen
ins Museum, in die Ausstellung, in die Stadt.
Wir reisen in die Schweiz / nach Holland
Wer verreist, der fährt wohl in ein anderes
Land, aber mit dem Namen dieses Landes kann
in nur verbunden werden, wenn ein Artikel
dabeisteht : Ich fahre in die Schweiz,
wir fliegen in die USA, in die Türkei.
Das sind Ausnahmen, denn die Orts- und Ländernamen haben in Deutschland
gewöhnlich einen Artikel, und das in
bezeichnet die Lage (Frage wo ?), aber nicht
die Richtung (Frage wohin ?) :
Er wohnt in Berlin, Brüssel liegt
in Belgien. Deutsche leben in Deutschland.
Darum gibt bei Ort- und Landernamen nach die Richtung an :
Er fährt nach Frankfurt. Die Bundesregierung
wurde nach Berlin verlegt. Der Flug geht von
Brüssel nach Köln. Der Filialleiter
wurde nach Frankreich versetzt.
Ähnlich ist es bei Inselnamen, nur daß dort auf die Lage angibt,
nicht in: sie verbrachten ihren
Urlaub auf Malta. Inseln liegen im
Wasser und die Richtung wird auch bei Inselnamen
mit nach bezeichnet :
Ich fahre nach Mallorca, das Schifährt
nach Gran Canaria, wir fliegen nach Teneriffa.
Dieses nach ist aber in der Hochsprache nur bei geographischen Namen zulässig.
Ein Satz wie Wir gingen nach dem Schloß
ist hochsprachlich nicht korrekt.
Einzig zulässige Ausnahme ist die Fügung
Wir gehen nach hause, weil es sich
als Richtungsangabe durchgesetzt hat und Hause
gleichzeitig auch die Lage bezeichnet.
Er ist zu Hause - er geht nach Hause.
Die Präpositionen in, auf und zu können als Richtungsangaben
nur vor einem Artikel stehen.
in die Stadt, aber : nach Köln
in ein anderes Land, aber : nach
Italien
auf die Insel, aber : nach Mallorca
Und es heißt nur :
Zum Bahnhof, zum Bäcker, zum Arzt.